Ziele von Lean Construction


Ziele von Lean Construction

 
LC entspringt der Begriffsfamilie des Toyota-Produktionssystems. „Lean Production“, „Lean Management“ und „Lean Thinking“ sind Themengebiete, die in den 1990er Jahren breite Anwendung in der Industrieproduktion gefunden haben. LC hingegen bezeichnet die Anwendung des „schlanken“ Gedankenguts auf den Bausektor. Da der Bauprozess im Vergleich zum stationären Produktionsprozess unterschiedlich ist, wird es notwendig, in anderen Industrien bereits erprobte Mechanismen neu zu untersuchen und zu bewerten, um sie spezifisch auf den Bauprozess hin zu formen. Die aktuelle Diskussion um LC richtet sich vornehmlich auf die Abwicklung bereits geplanter Bauprojekte. Um das volle Potenzial von LC zu entfalten, ist es notwendig, einen ganzheitlichen Standpunkt einzunehmen. LC versucht gezielt, alle Gewerke möglichst früh in die Planung des Produktionsprozesses einzubinden. Leider macht die VOB in Deutschland diesem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung. Im Ab-schnitt „Rechtliche Grundlagen“ sind die entsprechenden Kapitel der VOB kommentiert. Es ist demnach zumindest bei öffentlichen Vergaben nicht möglich, vor Auftragserteilung Verhandlungen zu führen. Die aktuelle Gesetzeslage steht demnach in Konflikt mit der Forderung von LC, das Design gleichzeitig mit dem Produktionsablauf zu planen. Im LC steht die Maximierung der Leistung für den Kunden im Vordergrund. Wird von Kunden gesprochen, kann damit sowohl der AG oder aber der nächste Handwerker gemeint sein, der eine Teilleistung übergeben bekommt. Es entsteht eine Beziehung und eine Verantwortung zum vorherigen und zum nächsten Arbeitsschritt. Für einen Handwerker ist es wichtig, die vor ihm ge-machte Arbeit in einwandfreier Qualität zu erhalten. Ebenso ist es für den Arbeits-schritt, der nach ihm kommt, genauso wichtig, dass wiederum seine Arbeit in perfektem Zustand und pünktlich übergeben wird. Sind Arbeitsschritte erfolgreich abgeschlossen, wird es notwendig diese Informationen weiterzuleiten. Ständige Kontrolle sowie bei Abweichungen notwendige Steuerung sind obligatorisch. Die folgende Darstellung zeigt das Beziehungsfeld von LC. Eine zeitnahe Leistungsfeststellung der erbrachten Arbeit soll durch den Einsatz von IT-Maßnahmen, wie sie in Kapitel „Beschreibung der Technologien“ (Kap. 2) be-schrieben sind, erfolgen. Ein kontinuierlicher Arbeitsfluss dient der Milderung von Schwankungen im Gesamtsystem. Da es bei Bauprojekten unumgänglich ist, dass Schwankungen auftreten, sollen Arbeitspuffer eingerichtet werden. Diese schaffen bei unvorhergesehenen Verzögerungen Ausweichmöglichkeiten auf andere Arbeiten. Der kontinuierliche Prozessfluss kann dadurch aufrechterhalten werden. Trotz der Individualität eines Bauobjektes soll dieses ohne unnötige Zwischenlagerungen von Baumaterialien stattfinden. Auch im LC findet das Prinzip „Verschwendung eliminieren“ Anwendung. Alle Aktivitäten, die keinen unmittelbaren Wert schaffen, sollen unterbunden werden. LC orientiert sich nicht an Einzelaktivitäten sondern am Wertschöpfungsprozess.